Unsere Enten und wie wir sie halten


Ich halte bereits seit einigen Jahren Enten. 

Begonnen hatte ich mit einer Laufentendame und einem Laufentenerpel. Ich wünschte mir weniger Schnecken in meinem Gemüsegarten und war auch von ein paar Eiern nicht abgeneigt. Anfangs dachte ich, sie würden modrig schmecken (wie die Tümpel in denen die Enten gründeln), das ist aber keineswegs der Fall. Ein Entenei ist eine wirkliche Delikatesse und auch farblich eine Wucht; weiter unten hierzu mehr. 

In ihrer Haltung finde ich sie sehr unkompliziert. Wenn man ihnen ein schönes Zuhause gibt und ihnen auch ihre wohlverdiente Ruhe gönnt, können sie sehr zahm werden und einem überall hin neugierig durch den Garten folgen. Ich möchte sie nicht mehr missen. 

Das einzige Manko bei der Pärchen-Kombination war für mich persönlich, dass Laufentendamen sehr laut Quaken können. Da das auf Dauer nichts für mich war, gehen nun bei mir zwei Laufentenerpel auf Schneckenjagd; ihre Laute sind eher ein heißeres waaaah... waaaah...

"Echte" Laufenten können nicht wirklich fliegen; eher ein Flattern von etwa 1 Meter Höhe und das auch nur, wenn sie nicht weglaufen können.
Ob es sich um eine "echte" Laufente handelt, kann man feststellen, in dem man die Flügelspitzen der sitzenden Ente betrachtet. Sind sie hinten überkreuzt, kann die Ente fliegen und es hat sich wahrscheinlich irgendwann etwas "wildes" mit eingekreuzt. Das heißt dann allerdings nicht, dass die Ente dann auch fliegt. Einer meiner Laufentenerpel zum Beispiel kann hervorragend fliegen, er tut es nur nicht; er bleibt lieber mit seinem Kollegen auf dem Boden. 

Bei mir ist der Gemüsegarten ca. 1 Meter hoch eingezäunt und um ihn herum schnäbeln den ganzen Tag unsere zwei Enten. In ihrem Schneckensuchjob sind Laufenten hervorragend, die Schleimer kommen so gar nicht erst in die Beete. Das ist eine meiner Arten die Anzahl der Schleimer klein zu halten. In meinem Artikel Meine Art der Schädlingsbekämpfung finden Sie bei Interesse noch einige mehr.  


Das bekommen unsere Enten zu fressen

Auch wenn die Grünfläche auf der unsere Enten herumwatscheln groß ist, sind Löwenzahn, Vogelmiere oder auch Kohlblätter, die ich ihnen vom Gemüsegarten aus über den Zaun gebe, sehr beliebt. 

Von unseren gekochten Speisen bekommen auch unsere Enten etwas. Natürlich dürfen das nur Dinge sein, die einwandfrei in Ordnung sind; also keine verdorbenen Lebensmittel. Außerdem sollten sie nicht gewürzt sein. Sie bekommen Reis, gekochte Kartoffelschalen und Nudeln.

Ich werfe auch altes Brot nicht weg; auch hierüber freuen sich Enten sehr. Ich weiche es ihnen in einer Schüssel mit etwas Wasser auf und stelle sie ihnen dann hin. In den Ententeich werfe ich das Brot bewusst nicht, damit das Wasser frisch bleibt. 

Ich lasse bei mir im Gemüsegarten auch viele frostunempfindliche Pflanzen stehen, um in der kalten Jahreszeit etwas Frisches anbieten zu können. Hier bieten sich Wintersalate und Kohl gut an, allerdings gebe ich von letzterem wegen seiner allgemein bekannten unter Umständen etwas blähenden Wirkung, nicht mehr als zweimal in der Woche ein paar Blätter.

Wintersalate wie beispielsweise Baquieu oder Postelein gehen dagegen immer und werden sofort verputzt.

Obst essen sie auch sehr gerne. Sie bekommen die Putzen der Äpfel und der Birnen (ohne Kerne).

Weitere Leckerlies, die aber nur in den warmen Monaten saisonal zur Verfügung stehen und von ihnen gerne gefressen werden sind Kirschen, Mirabellen und Pflaumen (jeweils ohne Kerne), Brombeeren, sowie Erdbeeren. Wenn vorhanden, auch mal eine Banane.

Bis auf rohe Bohnen und rohe Kartoffeln, bekommen unsere Enten alles, was beim Kleinschneiden in der Küche an Gemüseresten anfällt. Zucchini, Gurken, Kürbisse, Kohlrabi, Karotten, rote Beete und Erbsen fressen sie besonders gerne. Auch diese Lebensmittelreste sollten natürlich unbedingt einwandfrei sein. Die Stellen, die komisch aussehen, landen im Kompost. 

In der warmen Jahreszeit, wenn sie in ihrem Auslauf einiges suchen können, bekommen sie jeden Abend, etwa 1 Stunde vor der Dämmerung ihre Körnerration, die je Ente aus einer großzügigen Hand voll Weizen, Gerste, gebrochenem Mais und einigen Sonnenblumenkernen besteht.

Im Winter, wenn sie selbst nichts finden, erhalten sie - unabhängig von den Leckereien oben - diese Portion abends erneut.

Die kleinen Steinchen, die Enten für ihre Verdauung brauchen, können sie in ihrem Auslauf überall finden.


Unsere Enten und ihr Wasser / Entenwanne / Bademöglichkeit

Für die Gefiederpflege brauchen Enten unbedingt eine Bademöglichkeit. Unser kleiner Teich wird durch Regenwasser gespeist, das sich auf dem daneben stehenden Hühnerstalldach sammelt.  

Allgemein brauchen Enten sehr viel Wasser zum Trinken. Dieses finden sie bei uns sowohl in ihrer Badewanne, als auch in kleinen Eimern, die ich etwa im Abstand von je 20 Metern in ihrem Auslauf verteilt habe, damit sie nicht immer den ganzen Weg zurückwatscheln müssen. 

Im Winter, wenn die Temperaturen unter Null fallen, friert dieser Teich natürlich zu. 

Anfangs lässt er sich noch durch Eisaufschlagen frei halten, damit sie baden können, aber wenn dauerhaft tiefe Minusgrade herrschen, geht das irgendwann nicht mehr. Bei uns ist diese Teich-zugefroren-Phase etwa 5 Wochen am Stück. 

Wenn es durch die Kälte in ihrem Auslauf nichts zu finden gibt, beschränkt sich der Tagesablauf unserer Enten auf

- morgens aus dem Stall kommen,
- frühstücken und trinken,
- sich unter einen Busch oder in ihren Stall legen, die Füße einziehen und schlafen,
- abend essen und wieder in ihren Stall gehen. 

Unseren Enten genügt in der frostigen Zeit - neben dem Futter (siehe oben) - bei uns ein Eimer mit Wasser, den ich ihnen in der Früh mit zimmerwarmen Trinkwasser fülle und bei tiefen Temperaturen im Auge behalte, damit er nicht zufriert. Unsere Enten fressen und "wälzen" sich auch gerne im Schnee; auch hier sind sie sehr unkompliziert.  


Der Entenstall zum sicheren Schlafen

Über Nacht werden unsere Enten in ihre Schlafställe gebracht, damit sie sicher vor Fuchs, Marder & Co. sind. 

Anders als Hühner, schlafen Enten auf dem Boden und gehen nicht selbstständig in ihren Schlafstall, sondern müssen gebeten werden.
Bei unseren Laufenten ist das aber problemlos; sie lassen sich mit einer kleinen Handbewegung in die andere Richtung lenken.
Auch die Zuhilfenahme einer Taschenlampe klappt hervorragend. Hier sind auch die Tiere verschieden; die einen weichen dem Licht aus und lassen sich so in die entgegengesetzte Richtung lenken, die anderen finden es hingegen toll, wenn ihnen ein Lichtkegel zeigt, wo sie hinlaufen sollen; das muss man einfach ausprobieren.

Als Einstreu nehme ich selbstgemachtes Heu, Laub oder auch Rindenmulch. Enten sind hier wirklich sehr unkompliziert. 

Anfangs hatte ich ihnen eine Wasserschüssel in ihren Schlafstall hineingestellt, musste aber schnell feststellen, dass sie umgeworfen wird. Möchte man ihnen daher über Nacht Wasser zur Verfügung stellen, sollte man eine Vorrichtung bauen, die das Gefäß an Ort und Stelle hält. 

Nachdem Entenkot eher flüssig ist, sollte der Stall regelmäßig kontrolliert und ggf. geleert und die Einstreu erneuert werden. Nach der Entfernung der schmutzigen Einstreu, verteile ich ein Gemisch aus staubiger Erde und Asche in den Ställen, verreibe es mit einem Besen und kehre es anschließend wieder heraus.
In wenigen Sekunden ist jedweder Geruch verschwunden.
Die Asche wirkt zusätzlich noch vorbeugend gegen Milben, die sich in den Stallecken absetzen können.
Diese Art die Entenställe zu befüllen und zu reinigen, handhabe ich nun seit 9 Jahren und hatte noch nie Parasiten oder Schimmel.

Die schmutzige Einstreu landet bei mir dann auf dem Kompost und wird in Form von selbstgemachter Komposterde dann wieder meinem Gemüsegarten zugeführt. 


Enteneier

Nachdem Entendamen ab dem Frühjahr auch Eier legen, hatte ich an die Schlafställe zusätzlich Legenester gebaut. Ich füllte sie mit langen dürren Gräsern und formte ein Nest. 

Ein eingelegtes Kunstei hinderte unsere Entendame daran, in diesem Legenest zu schlafen. Würde sie das tun, wäre das Nestmaterial sehr schnell mit Kot beschmutzt.  

Anders als bei Hühnern, bei denen man immer alle Eier aus den Legenestern entnehmen kann und sie am nächsten Tag trotzdem dort hineinlegen, lies ich bei meiner Entendame das Kunstei immer im Nest liegen und entnahm täglich nur das Entenei (die Entendame würde sich am nächsten Tag sonst einen andern Platz zum Eiablegen suchen). 

Nach ca. 10-15 gelegten Eiern bereitete sich die Ente aufs Brüten vor und begann zu "glucken". Man merkt das z. B. am veränderten Verhalten; sie laufen aufgeplustert und eher "krumm" herum und geben piepsende Laute von sich, wenn man sich nähert. 

Ab diesem Zeitpunkt entfernte ich das Kunstei, weil die Dame sonst Wochenlang auf diesem Sitzen bleiben und nur selten zum Fressen und Trinken aufstehen würde. 

Nach einer selbst gewählten Legepause von einigen Wochen, kam es nicht selten vor, dass sich die Ente erneut ein Nest suchte. 



Schnee, Wind, Regen und Frost, das alles macht ihnen nichts aus, sie besitzen eine Drüse an ihrem Hinterteil, mit dessen Inhalt sie sich einfetten; das macht das Gefieder "wasserdicht". 

Im Winter konnte ich oft sehen, dass sich oben auf dem Gefieder unserer Enten eine dünne Frostschicht befand während sie fröhlich herumwatschelten, so gut sind sie isoliert. 

Die Sommerhitze sitzen sie an einem schattigen Plätzchen im Gebüsch oder unter einem Baum aus und kühlen sich ab und zu in ihrer Badewanne ab. 


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